Online Meetings: Wie Sie die richtigen Signale senden

Vorhang auf! – Auftritt & Wirkung in Online Meetings

Auftritt & Wirkung.

Eine Wortkombination, die bei Google rund 15 Millionen Ergebnisse hervorruft.

Souverän zu überzeugen, sein Gegenüber für sich gewinnen und mit Ausstrahlung und Persönlichkeit zum Erfolg kommen. Dies sind nur einige der vielzähligen Versprechen. Doch worauf richten sich diese Versprechen?

Online Meetings

Auf einen Auftritt vor einer Seminargruppe, auf einen Auftritt vor Publikum, auf einen Auftritt im Büro – auf einen Auftritt mit einem direkten Gegenüber, also „Face-to-Face“.

Doch was ist, wenn die Realität sich ändert? Was ist, wenn es keine direkten Gegenüber mehr gibt? Was wenn aus „Face-to-Face“ auf einmal „Face-to-Screen“ wird?

„Face-to-Face“ bin ich als Trainerin im Bereich der Kommunikation in Trainings, aber auch als Poetry-Slammerin auf verschiedenen Bühnen unterwegs. Als Trainerin mit besonderem Fokus auf digitales Lernen betrete ich jedoch auch oft die „virtuelle Bühne“ in Online Meetings und habe mich im Laufe der Zeit vor allem mit einer Frage beschäftigt:

Können wir unsere „Bühnenerfahrung“ aus dem echten Leben, wenn man es so nennen will, direkt auf Online Meetings übertragen?

Wenn der Vorhang sich lüftet – auf der Bühne

Ich – im Dunkeln hinter einem Vorhang. Mein Herz pocht, mir ist heiß und kalt zugleich. Ich höre die Stimme des Moderators – sie tönt laut in meinen Ohren, nur was er sagt verstehe ich nicht. Das Publikum lacht. Mir ist mulmig zumute und ich wünschte ich würde auf der anderen Seite des Saales mit im Publikum sitzen. Anonym – als Teil einer Gemeinschaft – sicher.

Ich höre meinen Namen – lautes Klatschen schallt durch den Saal. Adrenalin schießt durch meinen Körper. Mit einem Lächeln im Gesicht laufe ich auf die Bühne.

Ich bin geblendet vom Scheinwerferlicht. In den ersten Reihen kann ich einige Gesichter erkennen. Eine Frau lächelt mir zu.

Ab diesem Moment funktioniere ich.

Wenn der Vorhang sich lüftet – im Online-Meeting

Ich – auf dem Bürostuhl sitzend im Seminarraum. Vor mir ein Bildschirm. Ich setze meine Kopfhörer auf, lade die Präsentation für das Training in den virtuellen Klassenraum WebEx und führe einen Audiotest durch. „Düdüdüüm“ ertönt es in meinen Ohren. Ein Lächeln umspielt mein Gesicht – die Audioverbindung steht. Ich nehme die letzten Einstellungen für das Online-Meeting vor.

Dann lehne ich mich zurück und warte. Ich fühle mich sicher – auch wenn immer ein bisschen Aufregung mitschwingt. Die Garantie, dass technisch alles läuft, kann einem leider niemand geben.

Ein Piepen ertönt. Das Zeichen dafür, dass der erste Teilnehmer sich einwählt.

Wieder fährt Adrenalin durch meinen Körper. Ich stelle die Kamera an und entstumme mich – der virtuelle Vorhang ist gelüftet. Und wieder funktioniere ich.

Doch diesmal ist etwas anders.

Der Unterschied – eingeschränkte Kommunikation in Online Meetings

Na, haben Sie den Unterschied bemerkt?

Gut, ich gebe zu, die Form der Aufregung, wenn ich als Poetry-Slammerin auf die Bühne trete, ist schon ein wenig anders, als wenn ich mich als Trainerin auf der virtuellen Bühne im Online-Meeting „präsentiere“.

Aber Tatsache ist, dass ich in beiden Situationen eine Bühne betrete. Ich stehe im Rampenlicht. Augen sind auf mich gerichtet. Es wird etwas von mir erwartet.

Inspiration Grafik

 

Auch wenn die Erwartungshaltungen der beiden Zielgruppen unterschiedlicher wohl nicht sein könnten – im ersten Moment sind sie doch gleich.

Ich soll etwas sagen. KOMMUNIKATION. Klingt einfach, oder?

Sag doch mal was – Die Bühne

Der erste Satz auf der Bühne ist der Wichtigste. Wir alle kennen das – der erste Eindruck zählt. Aber nicht nur das Publikum bekommt eine Orientierung, auch ich bekomme eine.

Die Reaktion des Publikums auf mich, auf meinen ersten Satz, zeigt mir, mit wem ich es zu tun habe.

Ein Lächeln, ein Murmeln, Stille. Betrübte Gesichter, gelangweilte Gesichter, neugierig blickende Gesichter.

Ich sende ein Signal und ich bekomme ein Signal. Kommunikation.

Sag doch mal was – im Online-Meeting

Der erste Eindruck zählt – dieser Fakt entspricht auch in Online Meetings der Wahrheit.

Der Mensch ist von Natur aus ein Fluchttier, was dazu führt, dass wir innerhalb von zwei Sekunden über jemanden unser Urteil fällen.

Das ist nicht oberflächlich, sondern purer Instinkt. Um ein Urteil fällen zu können brauchen wir aber in erster Linie eins – Informationen.

Und Informationen nehmen wir über unsere Sinne wahr. Wir können Gefahr sehen, hören, riechen und sogar schmecken.

In einem Online-Meeting kann ich nicht all diese Sinne befriedigen. Das Einsetzen der Kamera ist ein erster Schritt. Denn so können meine Teilnehmer mich nicht nur hören, sondern auch sehen. Ich schaffe Orientierung, ich schaffe Sicherheit und damit Vertrauen.

Gut für meine Teilnehmer – doch was ist mit mir?

Ich sage meinen ersten Satz und was ich höre ist oftmals NICHTS - die Teilnehmer sind stummgeschaltet.

Ich lasse meinen Blick über den Bildschirm schweifen, doch was ich sehe ist wieder NICHTS - die Teilnehmer haben ihre Kamera nicht an.

Ich sende ein Signal, doch ich bekomme keins zurück.

Wie Sie die richtigen Signale senden – Kommunikation in Online Meetings

Kennen Sie die Situation – Sie lächeln jemandem zu, vielleicht einer Ihnen unbekannten Person. Und diese Person reagiert einfach nicht, sie lächelt nicht zurück.

Was macht das mit Ihnen? Nun ich kann Ihnen sagen, was da mit mir macht. Ich fühle mich verunsichert, unwohl…und wahrscheinlich bin im beim nächsten Mal etwas gehemmter und lächele nicht einfach wildfremde Menschen an.

Dasselbe Phänomen kann im Online-Meeting auftreten, wenn ich etwas sage und keine Reaktion eintritt.

Ich spreche in einen luftleeren Raum und fühle mich unwohl, bin verunsichert. Haben die Teilnehmer mich verstanden? Sieht man mir die Verunsicherung an? Soll ich meine Kamera doch lieber wieder aus machen?

Nein, auf keinen Fall! Wir erinnern uns, der Mensch ist ein Fluchttier. Vertrauen basiert auf Information und das Kamerabild liefert genau diese.

Der Mensch ist jedoch auch ein Gewohnheitstier. Kommunikation im virtuellen Raum ist für viele von uns noch Neuland. Wir haben uns an die neuen Strukturen noch nicht gewöhnt. Virtuell zu kommunizieren ist wie eine neue Sprache zu lernen.

Auf einmal gibt es neue Vokabeln und wenn ich diese nicht beherrsche, fehlt mir nun mal die Orientierung.

Egal, welche Online-Meeting Software Sie nutzen (z.B. WebEx, GoToMeeting), die meisten Systeme liefern Ihnen Möglichkeiten zur Interaktion. Möglichkeiten zur Kommunikation. Nur eben nicht genauso wie wir es bisher gewohnt sind.

Wirkungsvoll moderieren

Hier finden Sie einige Möglichkeiten aufgelistet, mit denen sie Kommunikation und Interaktion in Online Meetings gezielt steuern können:

  • Chat
  • Umfragen
  • Emoticons
  • Stempel (z.B. grüner Haken / rotes Kreuz bei Verständnisfragen)
  • Pointer

Durch den Einsatz dieser Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten geben Sie ihrer Zielgruppe die Möglichkeit auf Sie zu reagieren.

Der Vorteil für Sie:

Sie bekommen eine Orientierung. Sie bekommen Sicherheit.

Sie senden ein Signal und Sie bekommen ein Signal. Kommunikation.

Noch schöner wäre es natürlich, Sie könnten ihrem Gegenüber direkt in die Augen sehen. Aber das gestaltet sich oftmals gar nicht so leicht…

Sieh mir in die Augen, …- Blickkontakt in Online Meetings

“Ach wie schön, ich kann Sie alle sehen! Ich habe meine Kamera jetzt grade leider gar nicht parat. Wir haben ja mal für alle Mitarbeiter externe Kameras verteilt, aber ehrlicherweise nutzt die kaum jemand. Die meisten haben ihre Kameras in den Schubladen verstaut.“

Ein Auszug aus einem virtuellen Auftragsklärungsgespräch mit einem Kunden. Solche und ähnliche Aussagen sind keine Seltenheit. Die Nutzung von Online-Meeting Softwaren beschränkt sich nicht selten auf Screen Sharing.

Dabei reden wir von Videobesprechungen – von Live-Online-Meetings.

Wirklich lebendig ist das Ganze aber selten. Kaum jemand nutzt die Kamera und wenn dann auch nicht gerne.

Und diese Entscheidung ist durchaus nachvollziehbar. Sich selbst auf einem Videobild zu sehen kann erschreckend sein. Aber warum eigentlich?

Das eigene Spiegelbild kann einen zwar durchaus schon einmal in Angst und Schrecken versetzen, doch das eigene Videobild ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer.

Der Grund dafür liegt in eben diesem Phänomen: Dem Spiegelbild.

Unser uns einzig bekanntes wahres Ich, welches wir Tag für Tag, mal mehr und mal weniger wohlwollend betrachten. Auf einem Kamerabild sehen wir dann plötzlich unsere ungespiegelte Version und das wirkt dann erst einmal ungewohnt, insbesondere dann, wenn das eigene Gesicht in ganzer Pracht und HD rangezoomt zu sehen ist.

Ein Hoch auf die Technik! So scharf hat man sich selbst auch noch nie gesehen.

Und dann soll man auch noch die ganze Zeit auf einen kleinen schwarzen Kreis sehen? Denn nur bei direktem Blick in die Kamera wirkt es so, als würde man seinem Gegenüber in die Augen schauen.

Gar nicht so einfach…und dann gibt es noch so viele weitere Faktoren, die es bei einem Auftritt im virtuellen Raum zu beachten gilt. Welchen Effekt hat eigentlich meine Stimme? Was ist mit meiner Körperhaltung? Und wie sieht eigentlich mein Hintergrund aus?

Auftritt und Wirkung in Online Meetings bietet viele Facetten, auf die es zu achten gilt.

Das Seminar Auftritt und Wirkung in Online Meetings

In unserem Seminar werden wir Ihren eigenen Auftritt analysieren und Sie lernen, wie Sie vor der Kamera authentisch und selbstsicher auftreten.

Auftritt und Wirkung in Online Meetings: Fragen und Antworten

Wann ist das Seminar für mich geeignet?

Wenn Sie als Führungs- oder Fachkraft, virtuell präsentieren, kommunizieren oder in einem virtuellen Team zusammenarbeiten und hierbei selbstbewusst und authentisch auftreten möchten sind Sie in Seminar genau richtig.

Wofür hilft mir das Seminar? 

Das Seminar unterstützt Sie, Ihren persönlichen Auftritt zu verbessern. Neben technischen Rahmenbedingungen lernen Sie unter anderem, wie Sie Ihre Kamera optimal einsetzen und Sie erhalten grundlegende Tipps zur Köperhaltung, Stimme und der Gestaltung des Hintergrundes.

Wie kann ich schon durch kleine Anpassungen meinen Auftritt in Online Meetings verbessern?

Der Einsatz der Kamera ist ein erster und sehr wichtiger Schritt zu erfolgreicher Kommunikation in Online-Meetings. Durch den Einsatz Ihrer Kamera werden Sie für Ihre Zielgruppe greifbarer und präsenter. Sie schaffen Vertrauen. Als Resultat erhalten Sie erhöhte Aufmerksamkeit und können die Kommunikation insgesamt besser steuern.

Trainerin Frieda Tirre

Frieda Tirre

Frieda Tirre, Trainerin im Team digitales Lernen der CONTUR GmbH
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